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Wissenswertes zur Dachbegrünung

Die Dachbegrünung im Detail

Bei der Planung einer Dachbegrünung sollte man sich, unabhängig davon, ob es  sich um den Bau eines neuen oder den Umbau eines vorhandenen Gebäudes  handelt, darüber im Klaren sein, wie die begrünte Dachfläche zukünftig genutzt  werden soll. Dachbegrünungen werden nach drei Begrünungsarten unterschieden. In  Abhängigkeit der Nutzungsform, den bautechnischen Gegebenheiten und  Anforderungen, und der Bauweise, die auch die Pflanzenauswahl und den  Vegetationsaspekt entscheidend bestimmen, unterscheidet man zwischen:

  • Extensivbegrünung
  • einfache Intensivbegrünung
  • Intensivbegrünung

 

Die verschiedenen Arten der Dachbegrünung

Die Extensivbegrünung
Extensive  Dachbegrünungen werden naturnah angelegt und kommen vorwiegend bei nicht  benutzbaren Dachflächen zum Einsatz. Da die Möglichkeiten zur Pflanzenpflege bei  der Extensivbegrünung, resultierend aus der meist schwer zugänglichen Dachlage,  sehr eingeschränkt sind, muss die Pflanzenauswahl entsprechend getroffen werden.

Aufgrund der extremen Standorte müssen die verwendeten Pflanzenarten  anspruchslos, anpassungsfähig und regenerationsfähig sein. Entscheidend ist  hierbei, dass die Pflanzen sowohl trocken- als auch frostresistent sind.  Gleichzeitig sollte ihnen auch eine gelegentliche Überwässerung und ein  gelegentlicher Mangel an Nährstoffen nichts anhaben können.

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Die einfache Intensivbegrünung
Im Hinblick  auf die notwendigen Pflegemaßnahmen, die verwendeten Pflanzenarten, den  Herstellungsaufwand und die Nutzungsmöglichkeiten bildet die einfache  Intensivbegrünung eine eigenständige Form der Dachbegrünung. Sie ist  hinsichtlich der Anforderungen und Eigenschaften zwischen der Extensivbegrünung  und der Intensivbegrünung einzuordnen. Die Übergänge zu den beiden anderen  Formen der Dachbegrünung sind nicht selten fließend.

 

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Die Intensivbegrünung
Im Gegensatz zur  Extensivbegrünung steht der Intensivbegrünung eine nahezu uneingeschränkte  Pflanzenvielfalt zur Verfügung. Die intensive Dachbegrünung ist aufgrund ihrer  Pflanzenvielfalt, dem daraus resultierenden hohen Pflegeanspruch der Pflanzen,  aber auch wegen der üblichen regelmäßigen Nutzung der Dachfläche mit einer  bodengebundenen Grün- oder Gartenfläche vergleichbar.

 

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Der Standardaufbau einer Dachbegrünung

Bei der Dachbegrünung hat sich im Laufe der Zeit ein schichtweiser Aufbau der  Vegetationsfläche bewährt und als Standard herausgebildet. Jede Schicht der  Dachbegrünung erfüllt eine spezifische Funktion und wird den jeweiligen  Standortbedingungen bzw. Begrünungsarten entsprechend angepaßt.

 Die Funktionsschichten

 

 Skizze

 

 Erläuterung

 

 

 

 

 

  • Vegetation

 

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Das Einbringen der Vegetation erfolgt mittels Saatgut, Sprossen,  Pflanzen oder Vegetationsmatten.



 

  • Vegetationsschicht

 

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Die Vegetationsschicht spielt eine besondere Rolle, da sie im  Gesamtaufbau unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen hat. Als Wurzelraum bildet  sie zunächst die Grundlage für das gesamte Pflanzenwachstum. Einerseits muß sie  Wasser speichern können, andererseits ist es jedoch absolut notwendig, dass sie  - um Staunässe zu vermeiden - Überschußwasser in die Dränschicht abgeben kann.  Weiterhin dient sie als Nährstoffspeicher. Damit die Vegetationsschicht ihre  Aufgaben langfristig erfüllen kann, ist ein ausreichendes Luftvolumen und die  dauerhafte Strukturstabilität des verwendete Substrates notwendig. Sinkt zum  Beispiel der Bodenluftanteil unter 15%, können Pflanzenwurzeln absterben; auch  darf sich das Substrat bei Belastung nicht nachhaltig verdichten.



 

  • Filterschicht

 

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Die Filterschicht verhindert, dass feine Boden- und Substratteile  aus der Vegetationsschicht in die Dränschicht eingeschlämmt werden und die  Wasserdurchlässigkeit der Dränschicht beeinträchtigt wird. Das hierfür  verwendete Kunststoffvlies (100-150g/m²) ist ebenfalls gut wasserdurchlässig und  gut durchwurzelbar.



 

  • Dränschicht

 

Das Bild

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Die Dränschicht nimmt das aus der Vegetationsschicht einsickernde  Überschußwasser auf und leitet es zur Vermeidung von Staunässe in die  Ablaufvorrichtung ab. Da die Dränschicht bei entsprechender Ausrichtung auch als  zusätzlicher Wurzelraum dienen kann, sollten die verwendeten Materialien bedingt  Wasser speichern können.
Je nach Dachgefälle können offenporige mineralische  Stoffe, wie z.B. Lava und Blähschiefer, oder aber Dränmatten - welche darüber  hinaus auch die Dränschicht zugunsten der Vegetationsschichtdicke reduzieren -  verwendet werden.



 

  • Schutzschicht

 

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Trenn- und Schutzlagen können auf Wunsch als Schutzschicht für  die Wurzelschutzbahn eingesetzt werden. Diese sollen vor mechanischen  Beschädigungen während der Bauphase, aber auch der späteren Pflege der  Dachbegrünung schützen. Die verwendeten Schutzplatten oder -bahnen können aus  Kunststoffgranulat, Schaumstoff oder Kunststoffvlies (ca. 500g/m²)  sein.



 

  • Wurzelschicht

 

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Die Wurzelschutzbahn schützt die Dachabdichtung vor  Durchwurzelung und kann bei Intensivbegrünung gleichzeitig eine wasserdichte  Wanne für den Regenwasserspeicher bilden. Das Eindringen von Wasser in die  Dachkonstruktion bzw. in das Gebäude wird somit ebenfalls verhindert. Die  eingesetzten Materialien sollten nach dem FLL-Verfahren wurzelfest  sein.



 

  • Schutzschicht

 

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Die Trenn- und Schutzlage dient hier dem chemischen und  mechanischen Schutz der Wurzelschutzbahn gegenüber der Oberfläche der  Dachabdichtung.



 

  • Dachabdichtung

 

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Nicht wurzelfeste Dachabdichtungen erfordern in jedem Fall die  Wurzelschicht / Wurzelschutzbahn.

 

Die Pflanzenauswahl einer Dachbegrünung

Die richtige Pflanzenauswahl ist für eine erfolgreiche und langlebige  Dachbegrünung von entscheidender Bedeutung. Da es sich bei einer  Dachbegrünung um eine künstlich angelegte Grünfläche handelt, müssen neben den  Anforderungen und Eigenschaften der drei Begrünungsarten auch die besonderen  klimatischen und standortbedingten Faktoren, wie z.B. Charakter des Stadtklimas,  Licht- und Schattenverhältnisse, Windverhältnisse, gebäudebedingte  Abluftemissionen, Warm- und Kaltluftstau, Dachneigung usw., berücksichtigt  werden.

Für die Dachbegrünung haben sich einzelne Pflanzengruppen als sehr bedeutsam  herausgebildet. Sie werden unterteilt nach Moosen, Sukkulenten, Zwiebel- und  Knollenpflanzen, Gräsern, Kräutern, Wildstauden und Gehölzen. Nachfolgend werden  einige beliebte und empfehlenswerte Pflanzenkombinationen aufgeführt:

 Extensivbegrünung

 

 Einfache Intensivbegrünung

 

 Intensivbegrünung

 

 

 

 

  Intensivbegrünung

  • Moos-Sedum-Begrünung
  • Sedum-Moos-Kraut-Begrünung
  • Sedum-Kraut-Trockengräser-Begrünung
  • Trockengräser-Kraut-Begrünung

 

  • Trockengräser-Kraut-Begrünung
  • Wildstauden-Gehölz-Begrünung
  • Gehölz-Stauden-Begrünung
  • Gehölz-Begrünung
  • Strauch- und baumartige Gehölze

 

  • Da bei einer Intensivbegrünung eine nahezu uneingeschränkte Pflanzenvielfalt  möglich ist, erübrigt sich hier eine Empfehlung.

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